Petits Fours

Paris mon amour
Pariser Liebesgeschichten
Ausgewählt von Anna von Planta
  • Diogenes Verlag
  • Taschenbuch mit 256 Seiten
  • erschienen am 23. August 2017
  • 978-3-257-24424-3

›Je t’aime‹ – in keiner Sprache klingen die berühmten drei Wörter so verführerisch wie in Paris mit seinen betörend schönen Plätzen, verträumten Parks, romantischen Bootsfahrten … sowie großen und kleinen Liebesgeschichten voller Charme und Esprit. Von Anna Gavalda, Alex Capus, Paulo Coelho, F. Scott Fitzgerald, Georges Simenon,  Marc Levy, Jean-Philippe Blondel, David Nicholls, Eric-Emmanuel Schmitt, Patrick Süskind, Philippe-Auguste de Villiers de L’Isle-Adam, Friedrich Glauser, Douglas Kennedy, Jojo Moyes, Irène Némirovsky, Guillaume Musso u.v.a. Mit einer bittersüßen Exklusiv­geschichte von Joey Goebel.

MEINE REZENSION

Ich mag keine Kurzgeschichten. Ich mag keine Kurzgeschichten. Ich mag diese Kurzgeschichten.

Warum? Hier finden sich fünfzehn mehr oder auch weniger wunderbare, verbale Petits Fours – klassisches literarisches Feingebäck sozusagen. Wir treffen auf die unterschiedlichsten Protagonisten in den verschiedensten Epochen vor der immer wieder überraschenden, immer wieder beeindruckenden Pariser Kulisse.

Comme des voyeurs – ganz heimlich, still und leise begleitet der Leser die Gestalten durch Tag und Nacht, schmale Gassen, an das Ufer der Seine und in Mansarden auf dem lauten Hinterhof. Bisweilen verstören die Geschichten, manche langweilen, wieder andere lassen mich verträumt aufseufzen. Genau das macht diese kleine, aber feine Auswahl von Kurzgeschichten aus. Manche hätten gern ein Roman sein dürfen, andere hätte ich vielleicht nie zur Hand genommen, wären sie Teil dieser Compilation gewesen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei – nur trivial fand ich es an keiner Stelle. Die Geschichten sind bisweilen bizarr und seltsam, bisweilen voller Magie.

Meine Favoriten? Vier Geschichten haben einen besonders starken Eindruck bei mir hinterlassen:

  • F. Scott Fitzgerald „Die Hochzeitsparty“
  • Paulo Coelho „Es war einmal…“
  • Françoise Dorner „Mit Pauline im Bois de Boulogne“ und
  • David Nicholls „Jean Seberg“

Hier nun Zitate aus meinen persönlichen top Four oder eben petits fours:

„Wenn wir nur so aufeinander zuströmen, wie wir es immer taten – als wären wir eine Person, als flösse das gleiche Blut durch uns beide hindurch.“ S. 76

 

„…dass die Romantiker den Selbstmord verherrlicht haben. Sie sahen darin die Lösung für eine grundlegende Verzweiflung am Leben, einen großartigen, kreativen Schlussakt: Die Akzeptanz der Tragödie durch die endgültige Umarmung der Tragödie.“ S.113

 

„Aber so war es nur in den Filmen: Im letzten Augenblick, wenn die Frau schon das Flugzeug besteigt, kommt der Mann verzweifelt angerannt, packt sie, küsst sie und holt sie unter den nachsichtigen Blicken des Flugpersonals wieder in seine Welt zurück. Dann wird das Wort >Ende< eingeblendet und alle wissen…“ S.129

 

„Ein Buch ist ein Spiegel, ein Echo, mitunter gibt es eine Antwort, aber meistens wirft es nur noch mehr Fragen auf. Es kann hervorheben, beleuchten oder auch verdunkeln, aber hinwegtrösten kann es über nichts.“ S.180

 

„Nach einer Weile öffnete sie die Tür zu einer kleinen, aber feinen Wohnung mit abgewetzten, grau gestrichenen Dielen, einem großen, ausgebeulten Sofa und einem kleinen, ordentlichen Schreibtisch mit Blick auf den Innenhof, die Wände waren von gewichtig aussehenden französischen Büchern mit einheitlich blassgelben Rücken gesäumt.“ S.228

Also das letzte Zitat könnte ja auf Regale voller Diogenes-Bücher hindeuten mit all den „einheitlich blassgelben Rücken“…

„Paris mon amour – Pariser Liebesgeschichten“ kann ich mit gutem Gewissen als Geschenk empfehlen. Solange die/der Beschenkte eine gewisse Vorliebe für alles Französische und für Paris im Besonderen mitbringt, kann die/der Schenkende/r per se nichts falsch machen – sei es als kleine Aufmerksamkeit zum Muttertag, Geburtstag, zu Weihnachten oder einfach zwischendurch.

Vielen Dank an Diogenes für das Rezensionsexemplar.

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