Frühling lässt sein zartes Band…

 
Wenn es Frühling wird in Wien
PETRA HARTLIEB
  • Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
  • Verlag: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG
  • Auflage: 1 (19. Februar 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832198482
  • ISBN-13: 978-3832198480

Wien, 1912. Marie ist erst seit wenigen Monaten Kindermädchen im Haushalt des berühmten Dichters Arthur Schnitzler. Als sie für ihren Dienstherren ein bestelltes Buch abholt, lernt sie eine völlig neue Welt kennen: die Welt des Lesens. Und Oskar, den ebenso charmanten wie mittellosen Buchhändler …

Die Fortsetzung des Erfolgsbandes ›Ein Winter in Wien‹

MEINE REZENSION

Liebe Petra Hartlieb, Danke für diese wunderbare Fortsetzung des kleinen Romans „Ein Winter in Wien“ aus dem Jahr 2016, dem ich seit der Frankfurter Buchmesse schon sehr entgegengefiebert habe. Ganz erstaunt war ich, als mir die liebe Laura vom DuMont Verlag während unseres Gesprächs eröffnete, dass die Fortsetzung bei ihnen erscheinen wird. Pünktlich zum Jahresbeginn hielt ich den kleinen Band im erneut sonderbaren Format in den Händen. Nach türkis/bordeaux ist dieses Cover nun grün/orange – passend zum Frühling in Wien. Sofort erinnerte ich mich an ein Gedicht aus meiner Schulzeit „Frühling lässt sein blaues Band“ von Eduard Mörike (1804-1875)

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Ja, genau das gibt die Emotionen des Romans wieder. Marie, das Kindermädchen aus dem Hause Arthur Schnitzlers, Oskar, der charmante Buchhändler, Anna, die Köchin und Sophie, das Dienstmädchen – sie alle begegnen uns neben den entzückenden Kindern des Schriftstellers. Wie wird es weiter gehen mit Marie und Oskar und ihrer Liebe zueinander, die sich wie eine zarte Knospe mitten im Wiener Winter entwickelte? Haben sie eine Chance? Wie steht es um den alten Buchhändler und denkt Marie noch an ihre Familie, die sie zurückließ? Welche Rolle spielen Bücher, Theater und das Wiener Leben?

Auch dieses Mal vermischen sich reale Ereignisse um 1912, die offenbar gut recherchiert wurden, mit Fiktionen der Autorin. Das liest sich ganz wunderbar geschmeidig mit ordentlich Wiener Schmäh – einfach entzückend, doch keinesfalls trivial. Die Handlung windet sich von zart bis dramatisch durch den beginnenden Frühling mit allerhand Verwicklungen und Verwirrungen.

Kurzum, ich mochte es sehr gern lesen. Wer wissen möchte, wie es um die Zukunft der beiden Protagonisten bestellt ist, kommt am zweiten Band natürlich nicht vorbei. Wer bereits den ersten Band mochte, wird auch diesen mögen. Er steht dem ersten in nichts nach, sondern rundet die Story wunderbar ab. Ich wünschte es gäbe einen Band für jede der vier Jahreszeiten in Wien 🙂

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