Seichtes Paris

Die Tage in Paris von
JOJO MOYES

  • Hardcover: erschienen bei Rowohlt
  • Autorin: Jojo Moyes
  • Aus dem Englischen von Karolina Fell
  • Spieldauer des Hörbuchs: 2 Stunden und 16 Minuten
  • Sprecherin: Luise Helm
  • Verlag: Argon Verlag

Flitterwochen in Paris. Im Paris der Belle Époque verbringt Sophie die ersten Tage an der Seite ihres Mannes, des Malers Édouard Lefèvre. Die Welt, die er ihr, dem Mädchen aus der Provinz, zeigt, ist aufregend und neu. Doch das Leben als Frau eines armen Künstlers ist nicht immer leicht. Über hundert Jahre später begibt sich eine andere Braut auf Hochzeitsreise in die Stadt der Liebe. Hals über Kopf haben Liv und David geheiratet. Doch die Tage in Paris sind nicht ganz so unbeschwert und romantisch, wie Liv sich das erhofft hat. Hat sie gerade den Fehler ihres Lebens begangen? Erst ein Gemälde bringt die Liebenden einander wieder näher…
©2015 Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg. Aus dem Englischen von Karolina Fell. © 2015 Argon Verlag GmbH

MEINE REZENSION

Literarischer Hör-Happen 2 go. So war mein Plan nach dem Genuss des „Lavendelzimmers“. Es hörte sich gut an. Es stammt aus der Feder der Autorin Jojo Moyes, von der ich bereits einiges kenne und die ich auch persönlich schon kennenlernen durfte. Die besten Voraussetzungen für eine gute Hör-Zeit also.

Nun, wer mich kennt, weiß, dass ich mir vor der Lektüre zumeist nur den Klappentext durchlese, um nicht voreingenommen durch andere Rezensionen zu sein. Mir war daher nicht klar, dass dies hier eine Vorgeschichte zum Roman „Ein Bild von Dir“ von Jojo Moyes ist, den ich nun natürlich anschließend lesen muss, möchte, darf.

„Wer Jojo Moyes‘ großen, über 500 Seiten starken Roman über die wechselhafte Geschichte rund um das Gemälde «Jeune Femme» von 1912 gelesen hat, kann sich danach durch Die Tage in Paris schmökern, eine doppelte Honeymoon-Geschichte zwischen Boulevard Haussmann, Place des Vosges und Eiffelturm.
Wer es aber genau andersherum macht, also mit Sophie und Édourard 1912 und Paul und Liv 1998 durch Die Tage in Paris flaniert, wird sich ganz sicher nicht den großen Rest der bewegenden, kunstvoll verschlungenen doppelten Liebesgeschichte entgehen lassen.“ Quelle: Rowohlt

So, ich habe also unbewußt die zweite Alternative gewählt. Aber machen mir – als bekennende frankophile Leserin – denn nun Die Tage in Paris Lust auf mehr?
Lust auf mehr Liv (Olivia) und David?
Lust auf mehr Sophie und Édouard?
Lust auf mehr Paris?

Ja und nein.

Warum?

Ja, weil Paris mich immer faszinieren wird – ob nun 1912 oder 1998 ist dabei unerheblich. Ich tauche einfach ein, gerade wenn dann noch Kunst und Kultur, die Strassen, das Flair beschrieben werden.
Und nein, weil es mir einfach zu seicht war, zu flach, die Frauen zu farblos, zu harmlos. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass Liv und Sophie sich erst aufbäumen und kraftvoll werden, um sich dann kompromißlos ihrer Liebe und ihren Geliebten unterzuordnen. Wo bleibt ihr Leben auf diesen 112 Seiten oder in diesen 2 Stunden und 16 Minuten? Haben sie keine Träume, Berufe, Ziele, die sie erreichen wollen? Zeigen sich diese erst in „Ein Bild von dir“? Viel mehr kann ich leider nicht dazu sagen, ohne dann doch zu Spoilern und damit potentiellen Leser*innen eventuell den Appetit auf den Roman zu nehmen. Lese-Hunger ist immer gut. Dabei sollte man/frau auf den Bauch hören und nicht zu viel auf andere Meinungen geben … Und das sage ich als Buch-Bloggerin ??? Schon merkwürdig. Aber ehrlich. So what.

Merkwürdig fühlt sich auch an, ein Buch nicht so sehr zu mögen, das – wie ich nach der Lektüre/ dem Hören las – offenbar von der überwiegenden Leserschaft sehr gelobt wird. Aber Kritik ist erlaubt, erwünscht und wichtig. Und Geschmäcker sind verschieden. Ja, wissen wir alle.

Dieses Buch hier war nett, mehr leider nicht für mich. Doch gerade wegen der feministischen und emanzipatorischen Fragen in meinem Köpfchen muss und werde ich wohl nun auch „Ein Bild von dir“ lesen, um zu erfahren, wie es Liv und Sophie in ihren Liebes-Ehen ergangen ist. Und darauf bin ich durchaus sehr gespannt.

Liebe Jojo Moyes, ich hoffe Sie verzeihen mir meine kritischen Bemerkungen. Als offene und unvoreingenommen Leserin bleibe ich dennoch jedem Autor & jeder Autorin auch bei Nichtgefallen eines Werkes weiterhin gewogen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.