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under & upper


Ok. Es gibt die upper und die under. Ich möchte hier nicht von “Klassen” sprechen. Denn nichts läge mir ferner. Doch seit gestern fühle ich mich ein wenig so etwas in der Art, “upper” – OHNE etwas “besseres” zu sein, sondern eher komisch.

Aufgrund dieser f*cking Corona-Krise sind wir gerade nicht – wie ursprünglich geplant – in einem süssen kleinen, windschiefen, reetgedeckten Häuschen mitten in einem Nationalpark in der Normandie, sondern urlauben mit Kind in / auf einem dekadenten Hausboot in der Marina von Kröslin (auf dem Festland) gegenüber von Peenemünde (auf der Insel Usedom).

Auf 100qm, verteilt auf zwei Etagen, gibt es unten zwei Schlafzimmer mit jeweils angrenzendem eigenen Badezimmer, im Obergeschoss eine große Küche – natürlich mit Kochinsel – sowie ein üppiges Wohnzimmer mit Kamin und Zugang zur Terrasse über die ganze Breite des Hauses.

Unser Domizil auf den Wellen

Von dort bietet sich ein bezaubernder Blick über die gesamte Marina mit dutzenden Segelbooten, Motorbooten, Katamaranen und dem obligatorischen Sonnenuntergangsgedöns.

Ein Sonnenuntergang wie aus dem Prospekt

Am Nachbarsteg, direkt unterhalb unserer, teilweise verglasten, Terrasse logieren die kleinsten der Boote. Darauf urlauben ältere Herrschaften, die den ganzen lieben langen Tag auf ihrer winzigen Jolle hocken und des abends – wie auf dem Campingplatz – mit ihrem Kulturbeutel unter dem Arm, das Handtuch über der Schulter zu den Gemeinschaftsduschen streben. Glücklich sind die hoffentlich auch – zumindest scheinen sie braungebrannt und erholt zu sein. Komischerweise vermitteln gerade diese Mini-Bootseigner (oder Bootsmieter?) dem geneigten Beobachter das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Warum? Sympathisch finde ich das nicht. Ich fühle mich schon unwohl, in einem so luxuriösen schwimmenden Domizil zu logieren – aber in Ermangelung von Alternativen haben wir in diesen sündhaft teuren Apfel gebissen (welcome to the paradies, Eva). Die fünf Nächte waren jeden Cent wert und wir haben jede Minute genossen – einfach, weil es schön war.

Doch, liebe Segler, Bootsbesitzer und und und – wir sitzen doch alle quasi im selben Boot, auf der selben einen Erde unter der selben Sonne. Die einen auf dem Wasser, die anderen im Camper an Land. Also grüßt doch einfach mal …

Published inKolumne

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