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Licht aus – Spot an


Guten Morgen, liebe Sonne, na auch endlich wach? Hast dich ja heute morgen sehr bitten lassen und hinter dickem Nebel versteckt. Was war denn los bei dir? War die Nacht mit deinem Freund, Herrn Mond, etwas zu kurz? Ja? Nicht, dass ich es euch nicht gönnen würde, aber etwas mehr Diskretion wäre manchmal schon angebracht – findest du nicht?

Wie ich darauf komme, fragst du dich? Nun, ganz einfach. Dein Lover, Herr Mond, hat letzte Nacht kackfrech mit den anderen Gestirnen um die Wette gestrahlt … Und da Mister Moon das ja nun bekanntermaßen nicht allein bewerkstelligen kann, sondern dazu deiner Hilfe bedarf, lag die Vermutung nahe, dass ihr zwei letzte Nacht gemeinsam unterwegs wart.

Licht aus – Spot an !

Whatever, es wäre zauberhaft, wenn du deinem Liebsten von mir folgendes ausrichten könntest. Ich schätze ihn wirklich sehr – gerade als treuer Begleiter in meinen einsamen, nächtlichen Schreibstunden oder auf meinen Heimwegen nach endlosen Spätabendmeetings, aber sein unmögliches Verhalten in der letzten Nacht kann ich einfach nicht gutheißen. Ehrlich jetzt. Das geht ja mal gar nicht.

Da gehe ich ausnahmsweise einmal zeitiger in die Heia und poofe gemütlich schnorchelnd vor mich hin, als ich plötzlich – wie vom Blitz getroffen – wach werde. Es ist als hätte jemand auf den Lichtschalter gedrückt. Ok, denke ich, Zeit aufzustehen, Kate. Ich schaue aufs Handy und lese 3:10 Uhr. Wie jetzt, 3:10 Uhr? Wer hat das Licht angemacht???

Nun, lass es mich mal so ausdrücken, du warst es liebe Sonne, wenn auch nur indirekt. Dein lieber Herr Gemahl oder Liebhaber oder wer auch immer er für dich sein mag – strahlte mir so dermaßen ins Gesicht, wie eine 40W-Glühlampe ohne Lampenschirm. Zack. Ich kann es einfach nicht glauben und wecke – nicht ganz fair – den schlummernden Gatten. Warum sollte ich auch allein wach sein und mich von euch beiden da oben gemobbt fühlen. Also, schau doch mal, Ehemann, der Mond, wie hell ist der denn? Und der leuchtet mir einfach fett ins Gesicht und dir nicht, manno.

Tatsächlich ist auf meinem Kopfkissen genau ein kleines strahlend hell erleuchtetes Rechteck zu sehen, wo eben noch mein Köpfchen sanft im Schlummerland lag. Das kann doch wohl echt nicht wahr sein. Macht doch, was ihr wollt da oben, aber nicht um 3:00 nachts und lasst mich aus euren Spielchen raus – bitte – beim nächsten Mal. Ok?

Ich kann mir das Ganze natürlich auch schönreden und mir sagen, hey, ich wurde heimlich vom Mond wachgeküsst, indem du ihn mit deinem Lichte einen Spot auf mein Kissen und damit auf mein schlafendes Antlitz werfen ließest.

Ja, die Sichtweise liegt immer ganz im Auge der Betrachterin, also bei mir. Und im wahrsten Sinne des Wortes eben in meinen Augen *zwinker*.

Wie auch immer, ich mag euch beide trotzdem. Und – by the way – es ist schön, Madame Sonne, dass du es inzwischen geschafft hast, den fiesen Nebel von heute Morgen zu vertreiben und dich dazu durchringen konntest, nun wieder strahlend auf uns herab zu scheinen.

Merci und Küsschen von der Spree, deine Kate.

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