Blutrote Nachtigall

„Romeo und Julia“
William Shakespeare

Grandiose Texte, feinste Ausstattungen, ungewöhnliche Materialien, überraschende Interpretationen. Alle Bände im selben Format, alle Bände mit dreiseitigem Farbschnitt – aber jeder Band in anderer Ausstattung und jeder Band mit eigener Bildsprache. Ein Fest für Geist und Sinne.

MEINE REZENSION

Auf der Frankfurter Buchmesse fiel mir diese so überaus andere und unbeschreiblich schöne Ausgabe eines der zauberhaftesten Werke der Weltliteratur – Shakespeares „Romeo & Julia“ – in die Hände. Der Verlag Galiani Berlin sandte mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zu. Vielen Dank.

Heute, am ersten Weihnachtsfeiertag, hatte ich die notwendige Muße zur Lektüre eines so einzigartigen Stückes. Ich scheute mich, das zarte Büchlein schlicht zu inspizieren – ich wollte mehr und bekam mehr.
Es war ein formvollendeter Genuss. Begonnen bei einem geprägten Cover und den Farbschnitt an allen Seiten über die Haptik des hochwertigen Papiers, welches glatt und zugleich sanft anmutet, weiter zur Gestaltung der Auftretenden – in blutrote Versalien gesetzt – bis zu den entrückten Illustrationen von Kat Menschik, die mich bereits auf dem Haruki Murakami-Cover „Schlaf“ zu beeindrucken wußte.

Die Szenenbilder selbst sind von einer zarten Schönheit, selbstredend immer in Verbindung zur jeweiligen Handlung und von einer wunderbar harmonischen Farbgestaltung. Weiche Linien, zarte Farben – Lila, Blutrot, Creme prägen die Miniatur-Kunstwerke und machen die Lektüre zu einem Augenschmaus.

Der Inhalt mag hier nicht besprochen werden. Wer bin ich, dass ich Shakespeare rezensiere – ein Niemand, also wage ich es nicht. Ich gab mich der Wonne der Worte hin und ließ mich treiben von der Brisanz und Brutalität der Geschichte, die mir wieder einmal mehr das Herz zerriss. Es zieht mich so sehr nach Verona, den Balkon zu schauen, denn der Liebenden Worte bekomme ich nie genug.

JULIA: So hat mein Mund zum Lohn sie für die Gunst?

ROMEO: Zum Lohn die Sünd‘? O Vorwurf, süß erfunden! Gebt sie zurück.


JULIA: …Ich sah zu früh, den ich zu spät erkannt.
Oh Wunderwerk! Ich fühle mich getrieben,
Den ärgsten Feind aufs zärtlichste zu lieben.

ERSTER AKT – FÜNFTE SZENE

Ein Klassiker im modernen Gewandt – ein Geschenk für Liebhaber mit Faible für das Besondere oder zur erfrischenden Aufwertung der ganz eigenen Bibliothek.

Fünf von fünf Weihnachtssternen.

Von mir

5/5

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