Kuscheliger Kater

  • Autorin: Frida Skybäck 
  • Taschenbuch: 540 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag
  • Auflage: Deutsche Erstausgabe (29. September 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458364404
  • ISBN-13: 978-3458364405
  • Größe und/oder Gewicht: 12,6 x 3,7 x 19 cm

Charlotte lebt in Schweden und ist eigentlich zu jung, um Witwe zu sein, zu jung, um ihren geliebten Mann verloren zu haben. Sie vergräbt sich in ihrer Arbeit, bis eine unerwartete Nachricht ihr Leben auf den Kopf stellt: Sie hat von einer entfernten Tante eine Buchhandlung in London geerbt. Kurz entschlossen fliegt Charlotte nach England, um das Haus zu verkaufen. Doch schnell fühlt sie sich mit dem Laden eng verbunden – genauso wie mit den beiden warmherzigen Mitarbeiterinnen, dem Kater Tennyson und dem Schriftsteller William. Sie versucht, das fast bankrotte Geschäft zu retten. Dabei stößt sie auf Widersprüche und Rätsel: Warum hat sie ihre Tante Sara nie getroffen, warum hat ihre Mutter nie von ihrer Vergangenheit erzählt, und was ist das dunkle Geheimnis der beiden Schwestern?
Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse erzählt, wie ein Haus voller Bücher, gute Freunde und ein kratzbürstiger Kater einer Frau helfen, einen Neuanfang zu wagen – ein charmanter und hoffnungsvoller Roman zum Wohlfühlen. (KLAPPENTEXT)

MEINE REZENSION

Dieser Roman passt perfekt in diese Jahreszeit, um es sich an seinem Lieblingsplatz gemütlich zu machen. Er hat alles, was es dazu braucht: einen traurigen Ausgangspunkt, schier unüberwindbare Hindernisse, neue Freunde, eine zarte junge Liebe und – pour moi – eine lauschige, wunderbar alte Buchhandlung mit deckenhohen Regalen, kuscheligen Leseecken und sogar einem Kamin in einer Großstadt, am Ufer eines Flusses, selbstredend mit einer oder auch zwei Wohnungen im Obergeschoß.

Frida Skybäck schaffte in kürzester Zeit, diesen Ort in meiner Fantasie Wirklichkeit werden zu lassen. Auch die Protagonisten werden von ihr in den glühendsten Farben beschrieben – doch mein Hirn weigert sich irgendwie immer, sich Personen vorzustellen. Anders verhielt es sich jedoch mit Tennyson, dem kuschligen alten Hauskater. Den hatte ich – tout suite – vor meinem geistigen Auge.

Ich lerne Charlotte kennen – eine junge Frau, erfolgreich und offenbar sehr schön, jedoch auch sehr einsam und traurig. Ich lerne William kennen – einen Autor, der mit einer Schreibkrise ringt und ebenfalls überaus gutaussehend ist. Klischees? Ja, auch diese werden bedient. Es gibt die leicht schräge Mitarbeiterin Sam (die mich vom Kleidungsstil oft und gern an Jojo Moyes Charakter „Lou“ erinnerte) und Martinique – die backende und kochende, mütterliche Seele des Geschäfts. Mich haben die Einzelschicksale der Protagonisten durchaus berührt. Sie waren präsent, ohne jemals abzulenken oder sich in den Vordergrund zu schieben.

Die sich anbahnende Lovestory plätschert dezent am Rande entlang, umspielt die Story wie zarte Wogen auf der Themse. Ja, sogar die Themse bekommt ihren Part in der Geschichte der Buchhandlung zugestanden. Der Autorin gelingt mit ihrem Roman eine interessanter Spagat zwischen Vergangenheit und Gegenwart, durchwoben mit historischen Spinnweben.

Dreh- und Angelpunkt der Geschichte sind die Schwestern Sara und Kristina, die aus Schweden nach London fliehen und dort Daniel kennenlernen… Charlotte wusste bisher etwas von Sara noch Daniel und wuchs in Schweden auf. Nun, da ihre Mutter Kristina sowie ihre unbekannte Tante Charlotte nicht mehr am Leben sind, beginnt für sie eine unerwartete Suche nach Wahrheiten, Geheimnissen und Identitäten.

Dieser Roman hat mich überrascht und – bis auf eine Kleinigkeit, die ihr selbst herauslesen könnt – sehr zufrieden zurückgelassen. Ich kann ihn Euch wärmstens empfehlen als kleines Geschenk für bibliophile Familienmitglieder oder Freunde und Freundinnen.

Merci für eine kuschelige Herbstlektüre und: dieses Buch habe ich aus der Berliner Bibliothek ausgeliehen und innerhalb von zwei Wochen genossen – nachhaltig, umweltschonend und z – wie zügig.

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