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Blaues Band


Eduard Mörike

Er ist’s

Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike
(1804 – 1875), deutscher Erzähler, Lyriker und Dichter
Quelle: Mörike, E., Gedichte. Ausgabe 1867. Entst. 1829

Immer wieder um diese Zeit tauchen diese Zeilen aus meiner Schulzeit in meinem Kopf auf. Ungefragt. Ungebeten und dennoch von Herzen willkommen. Die schlichte Schönheit zaubert ein Lächeln auf meine Lippen. Ich kann es spüren, fühlen und genießen – die Aufbruchsstimmung, die dieser besonderen Jahreszeit innewohnt mit all ihrer Aussicht auf den Sommer, die Sonne, Blumen, Blüten und einfach GRÜN.

Heißt es nicht irgendwo, grün sei gut für die Augen? Mag sein. Für mich streichelt es die Seele nach dem Winter und lässt mich hoffen. Und davon braucht’s gerade eine Menge.

Aufbruch, Veränderungen, Neugier, Ungeduld, Zartheit – all das sind für mich Synonyme des Frühlings mit seinem blauen Band am Himmel. Vielleicht etwas wagen, Neues ausprobieren, mutig sein, Vertrauen haben und dann: auf eine Wiese fallen lassen, das frische Grün fühlen und riechen, die Augen schließen und dann …

Ja, Leben, schön, dass du da bist … komm her und lass uns tanzen.

Published inKolumne

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