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Ein Bahnhof, ein Bahnhof …

Moment mal. Was genau habe ich da nicht, nicht richtig oder komplett falsch verstanden? Und wer zeichnet für diesen Schildbürgerstreich eigentlich verantwortlich? Ja, ich ahnte es bereits – die Bahn. Meine gute alte Bekannte. Ich weiß wirklich nicht, ob wir nochmal echte Freundinnen werden, meine Gutste.

Fakt ist, ich finde es zum Heulen. Es macht mich fassungslos und auch ein bißchen wütend. Doch gehen wir kurz mal “back to the roots”…

Seit Wochen, ja, seit Monaten sogar, fiebere ich förmlich einem gewissen Tag entgegen – dem Tag einer Umbenennung, dem Tag einer Eröffnung eines neuen “alten” S-Bahnhofes. What? Nun, aus dem aktuellen “Betriebsbahnhof Schöneweide” soll nach einem längeren Namensgeplänkel der “Bahnhof Johannisthal” werden. Yippie. My hood bekommt seinen eigenen kleinen, süssen Bahnhof. Wie niedlich. Okay, eigentlich liegt er eher im Niemandsland zwischen Schöneweide und Adlershof und kuschelt sich jetzt nicht direkt an die City von Johannisthal. Aber hey, immerhin eine weitere Anbindungsstelle für Menschen wie mich, die sich dann nicht mehr entscheiden müssen, fahre ich mit dem Radel 2,5km nach links oder 2,5km nach rechts, sondern 1,5km geradeaus.

Was tut die Stadt? Sie baut eifrig Zufahrtsstraßen, Park-Taschen und sogar einen zuckersüssen Bahnhofs-Vorplatz mit Bäumen, Bänken, cooler Deko in Form alter Bahngleise und sogar mega vielen Fahrradständern. Wow. Ich bin überwältigt vor lauter Dankbarkeit, dass ich hoffentlich bald nicht mehr zum – übervollen und leider häßlichen – Bahnhof Schöneweide radeln muss, sondern meinen Drahtesel auf einem sonnendurchfluteten, gepflasterten, autofreien Plätzchen am “Bahnhof Johannisthal” abstellen darf.

Irgendwie erinnere ich mich, gelesen zu haben, dass im frühen Sommer 2020 die Umbenennung erfolgen sollte. Okay, der Sommer ist inzwischen quasi vorbei und so richtig ist das noch nicht passiert… naja. Dauert dann wohl noch. Soll nun offenbar am 13.12.2020 stattfinden. Hmmm. Ist dann wohl so. Die Straßen – inklusive Markierungen – sind ready, die Bäume gepflanzt, sogar die Laternen leuchten und all ditt soll schon demnächst im Oktober an die Öffentlichkeit übergeben werden. Ja, aber watt is’n nu mit dem Bahnhof???

Sah ich den Sommer über noch immer einige Bahner über die 80er Jahre Brücke Richtung Jo’thal tippeln, sehe ich nun, dass die olle Brücke komplettamente verrammelt und verriegelt wurde. Okay, jetzt werde ich mißtrauisch. Was genau geht hier vor sich? Ich schreibe ein Mitglied des Abgeordnetenhauses via Facebook an. Wieder und wieder. Er antwortet stets und fragt bei Hinz & Kunz nach, gibt seit Monaten seit bestes (Merci an dieser Stelle an L. Düsterhöft fürs Engagement). Und was muss ich nun kürzlich aus einem Facebook-Post von ihm erfahren?

Ein Bahnhofsvorplatz ohne Zugang zum Bahnhof – Zweiter Zugang zum künfzigen Bahnhof Johannisthal verzögert sichEs ist…

Gepostet von Lars Düsterhöft am Montag, 31. August 2020

Ick glob’s ja nich … Wie jetzt? Ich komm von Johannisthal nicht auf den Bahnhof Johannisthal??? Und bitte wie lange nicht??? Tja, dann muss ich wohl weitere Jahre wahlweise 2,5km nach rechts oder links radeln. Ich befürchte nur, bis zum (jüngsten) Tag der Einweihung einer neuen Brücke ist der Rest vom Schützenfest bzw. der schöne Vorplatz mit den neuen Straßen und hübschen Bäumen und Sträuchern vollkommen verlottert & verkommen …

Published inKolumne

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