Essen, um abzunehmen

Intiutiv abnehmen
Elyse REsch & Evelyn Tribole

Intuitiv schlank und schön!

Schluss mit dem Diätwahn und zurück zu einem natürlichen Körpergefühl und Essgenuss ohne schlechtes Gewissen – diese Botschaft vermitteln die beiden Autorinnen in ihrem Buch „Intuitiv Abnehmen“. Denn wer bewusst und ohne Schuldgefühle isst und auf seinen Körper hört, der wird lernen seinen Körper zu akzeptieren. So fällt es ganz leicht, stressfrei und auf natürliche Weise abzunehmen.

MEINE REZENSION

Es hat eine Weile gedauert, bis ich das Buch ausgelesen hatte. Doch nun ist es soweit. Und daher gibt’s heute mein Fazit dazu.

„intuitiv abnehmen“ ist für mich das Anti-Diät-Buch schlechthin. Vor Jahren las ich das winzige Büchlein „Lob des Essens“ von Susie Orbach, das mich seinerzeit sehr faszinierte, aber auf seinen 128 Seiten doch leider wenig Hintergrundwissen zum Thema vermittelte. Das ist bei diesem Ratgeber anders und bisweilen auch mal zu viel den Guten, denn an Wiederholungen mangelt es nicht, getreu dem Motto ‚Steter Tropfen höhlt den Stein‘.

Größtes Manko nach der Lektüre für mich – der deutsche Titel. Warum im Himmels willen heißt das Buch „intuitiv ABNEHMEN“ und nicht etwa „intuitiv ESSEN“ wie im Original. War der Titel schon weg oder warum? Vielleicht ist es ja auch ein geschickter Schachzug, Diätopfer anzuziehen und schließlich zu bekehren? Irgendwie bin ich vielleicht auch deshalb bei diesem Ratgeber gelandet, weil ich hoffte, durch intuitives Essen letztlich doch abzunehmen. Dieser Zahn wird dem Leser/der Leserin bereits auf den ersten Seiten ohne vorherige Betäubung gezogen. Das führt unweigerlich zum schmerzverzerrten Gesicht und dem spontanen Wunsch, das Buch sofort wegzulegen, wenn nicht gar an die Wand zu werfen… Wenn man jedoch dran bleibt, sich traut und beim Lesen in sich selbst hinein hört, kann es neue Wege offenbaren. Und am Ende landet jeder bei dem Gewicht, das zu ihm passt…

Also, darum liebe ich dieses Buch, weil es mir endlich die Augen öffnete und einen schwierigen Prozess einleitet, der für mich längst überfällig ist, dessen war ich mir >intuitiv< bewusst. Die Autorinnen sind vom Fach, das merkte ich schnell. Dies ist bereits die 3. überarbeitete Version. Das Wissen ist fundiert, wird anhand von Beispielen untermauert und veranschaulicht. Alle Theorie ist grau, hier wird sie bunt. Ich fühlte mich an die Hand genommen und gemeinsam warf ich einen Blick auf die eigenen Essgewohnheiten… Brrrr. Das ist ja echt, als hielte einem jemand einen riesigen Spiegel vor. Ich würde fast wetten, dass mindesten 9 von 10 Frauen und sicher auch ein paar Herren eben diese Mentalitäten an den Tag legen, wenn es um das Thema Essen, Figur und Abnehmen geht. Klar, die Medien und deren Einfluss kommen auch hier nicht zu kurz. Doch die Probleme liegen tiefer… Wann und warum haben die Menschen eigentlich verlernt, nach ihren Bedürfnissen zu essen oder eben auch nicht zu essen? Warum kategorisieren wir Lebensmittel in gut und schlecht, kasteien uns, aus Angst den Versuchungen nicht widerstehen zu können? Vielleicht weil wir uns ständig dem versagen, was unser Körper sich wünscht, wir ihm und damit uns nicht vertrauen? Warum hören wir nicht mehr auf die Stimme in uns, die uns sagt, wann wir hungrig sind, wann nicht und wenn wir nicht hungrig sind, wessen wir stattdessen bedürfen? An welcher Stelle unseres Lebens kam uns diese Intuition abhanden?

Ich habe drei Kinder geboren und voll gestillt bis zur Beikost. Kind Nummer eins – ich war Mitte zwanzig und wusste es nicht besser – wollte ich an Zeiten gewöhnen, ließ es auch mal weinen, wenn meiner Meinung nach noch keine Zeit für seinen Hunger gekommen sein konnte… Entschuldige Sohn. Kind Nummer zwei – ich war inzwischen fast dreißig – durfte, wenn auch mit schlechtem Gewissen, wesentlich länger als mein Sohn und schon eher nach Bedarf trinken. Dennoch glaube ich, dass sich meine Sorgen und Gedanken darum auch auf sie übertragen haben… Entschuldigung Tochter. Kind Nummer drei – nun war ich Mitte dreißig und deutlich gelassener – stillte ich komplett nach ihrem Bedarf, wann immer und solange sie wollte. Zugegeben, das war eine harte Zeit, doch meine Entspannung und ihre Zufriedenheit dankten es uns allen. Sie isst auch heute noch immer intuitiv, weiß, wann sie Hunger hat, hört auf, wenn sie satt ist – kann für sich sorgen. Zugleich kamen auch bei ihr meine Selbstzweifel an und sie kritisierte ihren Körper plötzlich…Warum?

Inzwischen versuche ich mich an nur noch seltenen Ermahnungen an meine Kinder – esst möglichst nicht aus anderen Motiven als Hunger und bitte nicht gedankenverloren vor dem TV! Es fällt mir zwar schwer… aber hey, ich schaffe das. Ich habe eine Verantwortung gegenüber meinen Kindern und wünsche mir für sie, dass sie ihrem Körper und dessen Signalen vertrauen – möglichst ihr ganzes Leben lang 🙂

„Wenn Sie ein intuitiver Esser werden, der auf seine angeborenen Signale und auf seine Essensvorlieben eingeht, dann werden Sie in einen intensiven Kontakt mit Ihrem Körper, Ihren Gedanken und Ihren Gefühlen kommen. Und schließlich kann diese Sensibilität sich auch auf den Rest Ihres Lebens übertragen.“ S. 296

 

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