Wiener Sommerfrische

  • Autorin: Petra Hartlieb
  • Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
  • Verlag: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG
  • Auflage: 1 (17. Mai 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832183728
  • ISBN-13: 978-3832183721

Der letzte Sommer der Belle Époque –
Der berühmte Dichter Arthur Schnitzler verbringt mit seiner Familie die Sommerfrische auf der mondänen Adria-Insel Brioni. Und Marie, das Kindermädchen der Familie, reist mit. Doch obwohl sie zum ersten Mal am Meer ist, sind ihre Gedanken in Wien. Oskar Nowak, der junge Buchhändler aus der Währinger Straße, geht ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf. Ob sie als Paar eine Zukunft haben?
Wenig später befindet sich nicht nur Maries Herz, sondern die ganze Welt in Aufruhr. Der Erste Weltkrieg stellt alles infrage, was bisher sicher schien …
“ (Klappentext)

MEINE REZENSION

Der Sommer ist vorbei. Ich erlebte meinen zwar nicht in Wien mit Marie und Oskar, obwohl ich die Stadt wirklich sehr mag, sondern in Berlin, der Stadt, in der ich lebe und das meistens überaus gerne.

Es ist wunderbar zu erfahren, wie es dem jung verliebten Paar weiter ergeht nach dem eisigen Winter und dem verwirrten Frühling in Wien. Im Vergleich zu den beiden ersten Teilen geht es dieses Mal deutlich ruhiger zu. Alles wirkt auf eine besondere Art gelassener und verläßlicher trotz tragischer Momente und privaten Veränderungen bei den Beiden. Es tat gut, sich der Liebe der zwei jungen Leuten gewiß sein zu können und nicht nach jedem Absatz in Panik zu verfallen, Marie oder Oskar oder ihren Gefühlen füreinander könnte etwas zustoßen.

Marie hat mich dieses Mal sehr überrascht, diese sehr junge Frau mit ihrem Hintergrund, ihrer geringen Bildung und ihrem großen Herzen. Mit welcher Kraft sie wieder und wieder ins Sanatorium geht, um einer anderen, ihr eigentlich fremden, jungen Frau Lebensmut zu schenken. Einfach, weil sie es kann, weil es ihn ihr steckt. In diesem Punkt ist sie ihrem Freund Oskar weit überlegen. Manchmal fragte ich mich, wer hier eigentlich der Fels in der Brandung ist. Oder sollte ich besser fragen, die Felsin? Genau deshalb ergänzen diese beiden Menschen sich gegenseitig.

Leider wollte das sommerliche Wien so gar nicht vor meinem inneren Auge entstehen. Oft dachte ich während der Lektüre an den ersten Teil zurück, in dem ich mit Marie litt und mit Oskar fieberte und die von Schnee und Eis glitzernden Wiener Straßen sah.

Es muss definitiv noch den Herbst in Wien geben. Und ich muss wohl oder übel Geduld haben, bis Petra Hartlieb das Quartett vervollständigt. Bis dahin denke ich ab und an an Oskar und Marie und harre mehr oder weniger aufgeregt der Dinge, die da unaufhaltsam kommen werden.

Sprachlich brillant, optisch ein Leckerbissen und die Haptik des Einbandes machen auch aus dieser Ausgabe einen Genuss . Ungewöhnlich war, ist und bleibt das Format. Insgesamt darf es gern so unterhaltsam weitergehen.

Herzlichen Dank an den duMont-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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