Ménage à trois

Alexandra Amber
„Wir beide & Er“
  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 1553 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 400 Seiten
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B00TVGEHB2

Mia und Ben sind seit sieben Jahren glücklich, auch wenn der Alltag die Schmetterlinge im Bauch inzwischen gezähmt hat. Als Mias erste große Liebe Jay Stern wieder auftaucht, bringt er ihr ruhiges Leben gehörig durcheinander. Obwohl es gute Gründe gibt, ihm aus dem Weg zu gehen, kann Mia seiner Anziehungskraft nicht lange widerstehen. Doch nachdem sie herausgefunden hat, warum Jay wirklich in ihr Leben zurückgekehrt ist begreift Mia, dass Sternschnuppen nun mal eben erst dann leuchten, wenn sie bereits verglühen.

Ein bittersüßer Roman über eine ungewöhnliche Liebe zu dritt und die Frage, was am Ende wirklich wichtig ist.

MEINE REZENSION

Über diesen Roman bin ich zufällig gestolpert und er erwies sich als überaus flüssige, interessante Lektüre mit neuen Perspektiven und viel Potential zum Nachdenken. Es ist nicht die vielleicht erwartete, bekannte Geschichte um eine „Ménage à trois“. Der Sex ist ein wichtiger, aber nicht der Dreh- und Angelpunkt der Story. Vielmehr geht es um Liebe, Vertrauen, Hingabe, Verzicht, Verlust und Möglichkeiten in einer Ehe… zu dritt. Manchmal fühlte ich mich an Bridget Jones erinnert… gerade im Mittelteil.

Sicher, der Roman stößt bisweilen an Grenzen des Möglichen und damit an Realitäten. Es wirkte stellenweise zu dick aufgetragen, wie so oft gab es auch hier ein wenig zu viel von allem. Wie soll ich das erklären, ohne zu tief blicken zu lassen und ohne Überraschungsmomente vorweg zu nehmen. Doch nähme ich diese tatsächlich vorweg, wenn ich darauf einginge? Wohl eher nicht, denn zu vieles war für mich vorhersehbar… und zu vieles war dann doch to much. Nehmen wir zum Beispiel Jay’s Kindheit, den gewalttätigen Vater, die Tragödie dahinter oder Betty, die Stalkerin. Daneben kommt Ben’s Leben etwas zu kurz und Mias Vergangenheit besteht lediglich aus der gescheiterten Beziehung zu Jay, dem Tod ihrer Eltern und der Ehe mit Ben, ihrem besten Freund.

Was mich mehr faszinierte, waren die Konflikte, die die drei Hauptprotagonisten in sich und miteinander austragen. Erstaunlich jedoch, dass ihre Ménage-à-trois einfach so akzeptiert wird – sei es durch Betty, die Ärzte oder den Anwalt… Respekt. Ich hatte mir Toleranz erhofft, aber letztlich doch mit mehr Gegenwehr aus der Gesellschaft gerechnet. Nun ja, selbst das Ende war für mich vorhersehbar, wenn auch nicht unbedingt in dieser Form und die Versicherung – also bitte… Da passen dann schließlich alle Klischees zusammen.

„Die Jahre mit ihm wirken eher wie ein ruhiges Dahingleiten auf stillen Gewässern, und ich liebe auch das. Ben ist Vertrauen, Gemütlichkeit.“ S.19

„Mein Herz flirrt wie ein Kolibri, als ich die Furcht in seinen Augen sehe.“ S.45

„Macht mich das zu einem schlechten Menschen? Ist es nur eine Frage der Versuchung, der wir erliegen, wenn wir es tun?“ S.58

„Wir lieben doch nie nur einen einzigen Menschen, sondern viele.“ S.94

„Ich habe nichts vermisst mit Ben. Bis zu dem Augenblick als Jay vor mir stand.“ S.114

„Es ist ungerecht, von einem Menschen zu verlangen, dass er alles für einen ist, Mia…“ S.212

„Glück ist nichts, was einem passiert. Das Leben ist nichts, was einem passiert. Wir sind ganz allein dafür verantwortlich…“ S.248

Aufgrund des Themas und der Beleuchtung der Emotionen der drei Beteiligten sowie der flüssigen Sprache, die ich mir manchmal noch intensiver, blumiger gewünscht hätte, kann ich diesen Roman dennoch empfehlen für alle, die einen Blick über den Tellerrand wagen und einen Einblick in die Vielfalt und Möglichkeiten der Liebe wagen möchten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.