Licht & Dunkelheit

  • Autorin: Molly O’Keefe
  • Band 1 mit 416 Seiten, erschienen am 22. Januar 2019
  • Band 2 mit 432 Seiten, erscheinen am 19. Februar 2019
  • Band 3 mit 464 Seiten, erscheint am 26. März 2019
  • Band 4 mit 416 Seiten, erscheint am 16. April 2019
  • erschienen im Rowohlt Verlag

Eine dunkle Stimme – Als Annie McKay in dem Trailer, in den sie gerade eingezogen ist, ein Klingeln hört, ahnt sie nicht, dass dieser Moment ihr Leben unwiderruflich verändert. Sie findet ein zurückgelassenes Handy. Am anderen Ende der Leitung ist ein Fremder mit einer rauen Stimme: Dylan. – Eine geflüsterte Verführung
(Klappentext Band 1)

So, das ist / war also die Geschichte um Annie und Dylan. Ich litt gemeinsam mit zwei, ziemlich von Leben und Schicksal gebeutelten Gestalten, die einander finden, ohne einander gesucht zu haben. 

Die Geschichte hat alles, was man/frau für eine gute Unterhaltung zwischendurch braucht: eine angenehme, überaus erotische Sprache, einen ziemlich guten Spannungsbogen und interessante Charaktere. Genau da möchte ich ansetzen und dabei versuchen, nicht allzu sehr zu spoilern. Wir haben Annie, eine verheiratete Frau auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Mann. Und wir haben Dylan, einen vom Schicksal bzw. von seinem schweren Unfall gezeichneten, erfolgreichen Unternehmer. Trotzdem ist dies keine Story à la 50 Shades, sondern eher ein trauriges Märchen von der Schönen und dem Biest. So mutet es zunächst an. Doch auch die Schöne hat ebenso dunkle Geheimnisse wie das Biest auf eine sehr ungewöhnliche Art schön ist.

Im Trailerpark und auf Dylans Berg lernte ich neben dem genannten Pärchen auch Ben, Tiffany & Phil, Blake & dessen Mutter Margaret, Joan, Max und Rabbit sowie Grant, den Officer, kennen. Sie alle haben ihre Ecken und Kanten, ihre Geheimnisse, Wünsche und Sehnsüchte, ihre Abgründe und ihre bisweilen rabenschwarze Vergangenheit. Ohne übergroße Erwartungen ließ ich mich in die Lektüre fallen und wurde angenehm überrascht. Es gibt erstaunlich viel Sex und darüber spannen sich die großen Themen: (häusliche) Gewalt, Drogen und die Zwänge der Familie. Bisweilen empfand ich Annie als zu naiv in ihrem Tun und den Sprung von der grauen Maus auf der Flucht zur einer Frau, die sich plötzlich alles traut, ziemlich gewagt und rasend schnell. Und dann endet nach 416 Seiten das erste von 4 Büchern mit einem bösen Cliffhanger. Autsch… Zum Glück konnte ich zeitnah die Fortsetzung genießen.

Dylan und Annie – Ihre Beziehung begann mit geflüsterten Gesprächen im Dunkeln, ein Telefon die einzige Verbindung zwischen ihnen. Zärtliche Worte, sündige Versprechen. Zu viel, und doch zu wenig. 
Angst und Begehren. Ihre Beziehung wurde echt mit dem ersten Treffen. Die gemeinsame Nacht war unvermeidbar. 

(Klappen text Band 2)

Während meiner Lektüre der Bände 1 und 2 stellte sich mir immer wieder diese eine, ewige Frage aller Lovestories dieser Welt:

  • Werden die Beiden trotz aller Gefahren, aller Widrigkeiten ein Paar?
  • Werden sie ehrlich zueinander und vor allem zu sich selbst sein
  • Werden sie den jeweils anderen in die eigene Seele blicken lassen?
  • Werden sie Liebe geben und nehmen können? 

Nun muss ich doch ein wenig spoilern – also ab hier bitte Vorsicht! 

Das Ende des zweiten Teils hatte ich so nicht kommen sehen. Warum so übereilt, liebe Autorin? Es gab doch noch so viele Baustellen und schließlich sollen doch noch zwei weitere Bände erscheinen? Wie würde das Leben der Beiden aussehen – getrennt, gemeinsam. Ist etwa schon alles gesagt? Da war noch so viel Potential in den Figuren Tiffany, Blake und Margaret. Ich wollte mehr wissen über die Beziehung zwischen Vater und Sohn. Plötzlich also Annie und Dylan im Zeitraffer – drei Jahre später. Hallo? Und Band 3 lag schon bereit. Offenbar verschiebt sich der Fokus und ich muss meinen Frieden machen mit dem vorläufigen Ende der Story. Zugleich bin ich neugierig, ob die Verschiebung des Augenmerks auf bisherige Nebendarsteller ebenso spannend werden kann. Es geht also weiter mit neuen Themen und hoffentlich weiterhin wirklich gut beschriebenem Sex. Gar nicht so einfach, Erotik sprachlich so zu gestalten, dass sie nicht billig, trivial oder gar demütigend wirkt. Schließlich sind gerade bei diesem Thema die Geschmäcker und Vorlieben schier unendlich verschieden – ein schmaler Grat für den/die Autor/in. 

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für die Rezensionsexemplare.