Lila Wolken

Das Lavendelzimmer

von NINA GEORGE

  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten; Knaur Hardcover, ET 02.05.2013
  • ISBN-10: 3426654229
  • Hörbuch: 350min; argon Hörbuch, ET 20.02.2014
  • Rrschienen:
  • ISBN: 978-3-8398-9195-7

Der in 34 Sprachen übersetzte und von Presse wie Lesern euphorische gefeierte internationale Erfolgs-Roman „Das Lavendelzimmer“ von Spiegel- und New-York-Times-Bestseller-Autorin Nina George …
Er weiß genau, welches Buch welche Krankheit der Seele lindert: Auf seinem Bücher-Schiff, der »literarischen Apotheke«, verkauft der Pariser Buchhändler Jean Perdu Romane wie Medizin fürs Leben. Nur sich selbst weiß er nicht zu heilen, seit jener Nacht vor 21 Jahren, als die schöne Provenzalin Manon ging, während er schlief. Sie ließ nichts zurück außer einem Brief – den Perdu nie zu lesen wagte. Bis zu diesem Sommer. Dem Sommer, der alles verändert und Monsieur Perdu aus der kleinen Rue Montagnard auf eine Reise in die Erinnerung führt, in das Herz der Provence und zurück ins Leben
…(Klappentext)

MEINE REZENSION

Dieser Roman ist nicht mehr taufrisch – I know. Lange Zeit hatte ich ihn im Hinterkopf auf meinem imaginären SuB (Anm. d. Red. „Stapel ungelesener Bücher“)… Ich wußte, eines Tages wäre es Zeit für dieses Buch. Bis dahin habe ich mich der anderen Rezensionen und Besprechungen verweigert. Bekanntermaßen möchte ich meine eigenen Leseerfahrungen machen, meine eigenen Bilder im Kopf kreieren. Das habe ich. Jetzt in diesem verrückten, alles verändernden Frühling. Wer weiß, vielleicht war es jetzt an der Zeit. Vielleicht konnte ich erst jetzt eintauchen und genießen. Ich erinnere mich noch sehr gut und sehr gern an eines meiner Lese-Highlights aus 2018 von eben jener Nina George, „Die Schönheit der Nacht“.

Mein „Lavendelzimmer“

„Das Lavendelzimmer“ habe ich jedoch nicht – wie vielleicht zu vermuten wäre – in meinem persönlichen, ganz privatem, neu gestaltetem Lavendelzimmer mit großem Fenster zum Garten gelesen, sondern als Hörbuch auf meinen morgendlichen Jogging-/Walking-Runden genossen.

Ehrlich? Ich liebe die Stimme von Richard Barenberg (hier findet Ihr ein Interview mit ihm). Das sanfte Timbre darin und die Vielfalt der Emotionen, die er in der Lage ist, zu transportieren. Dazwischen liest die Autorin Nina George selbst aus dem Reisetagebuch der Manon.

Oh, wie freute ich mich auf meine tägliche Dosis „Jean Perdu und seiner Freunde“. In meinem Kopf entstanden Farben, Bilder, Landschaften, Gesichter der verschiedenen Protagonisten…

Da wäre zum einen Catherine (48), neuestes Mitglied der Hausgemeinschaft in der Rue Montagnard No. 27, Paris. Sie bringt den Stein des Buchhändlers Jean Perdu (Anfang 50) ins Rollen bzw. den seit über 20 Jahren ungelesenen Brief aus dem verschlossenen Lavendelzimmer ans Licht. Neben all den anderen, gesellt sich der 25jährige Maximillian Jordan, genannt Max, auf Jeans Reise hinzu.

Ja, der Roman trieft bisweilen vor Pathos und Lebensweisheiten. Aber eben das suchte ich, brauchte ich, genoss ich.
Ja, der Roman ist bisweilen fernab jeglicher Realität, aber eben das macht doch verträumte Stories aus. Sonst läse ich möglicherweise viel lieber Sachbücher oder Biografien. Danke, nein. Bücher spalten die Leserschaft und das ist auch gut so. Schlimm, würden alle dasselbe mögen und verehren. Wo blieb da der Reiz?

Doch zurück zum Roman. Gedanklich setzte ich unzählige Fähnchen, um Zitate zu markieren – hmmm, durchaus schwierig bei einem Hörbuch. Aber vielleicht auch mal ganz schön, diese Passagen nur im Kopf oder besser noch, im Herzen abzulegen. Leider kann ich daher hier und jetzt nichts zitieren. Ihr müsst also selbst lesen.

Ich versagte mir appetitliche Hör-Häppchen für zwischendurch – einfach, um mich noch mehr auf die nächste Runde Sport mit dem „Lavendelzimmer“ zu freuen. 350 min sind schließlich keine Ewigkeit und waren leider schneller vorbei als mir lieb sein konnte. Ich wollte nicht, dass es endet und war zugleich voller Neugier, wie es für Jean Perdu und die anderen tatsächlich ausgehen würde. Wie immer, hoffte ich auf einen positiven Schluss, der von einigen Überraschungen gespickt war, derer es vielleicht nicht so viele bedurft hätte… Aber, hey, das nennt sich schließlich künstlerische Freiheit.

Sicherlich bin ich als frankophile Buchliebhaberin nicht wirklich unvoreingenommen. Doch dieser Roman wird dauerhaft einen besonderen Platz auf meiner persönlichen Best-of-Lese-Liste einnehmen.

P.S. Habe ich jemals eine schönere Beschreibung für Tango lesen/hören dürfen? Nein. Ich tanze keinen Tango und denke, es wäre nicht meins. Einen heimlichen Blick in diese fremde Welt zu werfen … auch das war sehr besonders.

P.P.S. Ein schönes Wortspiel übrigens: Jean Perdu.
Perdu heißt verloren, verschwunden. Jean ist ein Verlorener, er hat etwas wichtiges im Leben verloren und begibt sich auf die Suche danach. Wird er es finden? Wenn ja, dann müsste er sich irgendwann vielleicht umbenennen in Jean Trouvé, den, der es gefunden hat.

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