Emotionale Achterbahn

Colleen HOOVER
Weil ich Will liebe

Es ist jetzt über ein Jahr her, dass Will Layken zum ersten Mal begegnet ist. Und ihre Liebe scheint täglich stärker zu werden. Doch als Will im neuen Studienjahr auf seine Ex-Freundin Vaughn trifft, beschließt er, Layken nichts davon zu erzählen. Ein fataler Fehler, denn als Layken die beiden zufällig sieht, missversteht sie die Situation.

Die emotionale Achterbahn-Fahrt geht weiter.

1:30. Alles still. Mein Herz hämmert noch immer wie wild in meiner Brust. Hat Frau Hoover es doch tatsächlich erneut geschafft, mich, meine Emotionen, mein ganzes Denken & Fühlen mit dieser Fortsetzung zu fesseln. Und hey, ich bin Ü40.

Monatelang bin ich um diesem Roman geschlichen, immer zurückgehalten von der Furcht, er könne dem Vorgänger „WEIL ICH LAYKEN LIEBE“ möglicherweise nicht das Wasser reichen.

Ganz ehrlich? Das schafft er auch nicht 100%ig, aber immerhin zu – sagen wir mal – 75%. Und 75 von 100 „WEIL ICH WILL LIEBE“ sind schon fast oscarverdächtig. À propos Oscars; würden diese beiden Romane verfilmt, taugten sie sicher zum Kassenschlager. Aber zurück zum Buch.

Höhen & Tiefen, Achterbahn, Chaos – großes Gefühlskino eben, das ist Colleen Hoover und das sind Layken Cohen und Will Cooper. Immer wieder schielt der ahnungslose, atemlose Leser auf die noch verbleibenden Anzahl der Seiten. Werden sie sich bekommen? Kann wirklich alles gut gehen? Was muss noch alles passieren? Boah. Das ist schon harter Tobak, was die beiden da durchleben (müssen). Gegen Ende war es mir fast zuviel des Ertragbaren, Zumutbaren. Doch das dürfte den Kennern des ersten Teils um die beiden Protagonisten nicht neu sein.

Nichts ist so sicher wie es scheint, es kommt immer alles anders und schlimmer als man denken mag. Doch um es mit einer ehemals beliebten deutschen Vorabend-Show zu sagen „Nur die Liebe zählt“.

Schön sind die Rückblenden in den ersten Roman, zu Julia, deren Sterne das Paar so wundervoll durch die Zeit begleiten. Wenngleich sie für meinen Geschmack mit ihren kleinen Weisheiten bis auf ein Mal immer so sehr in Schwarze trifft, dass es sehr konstruiert wirkt. ‚But so what‘ – die Idee ist toll. Kel und Caulder sind nicht mehr ganz so präsent. Dafür gibt es jetzt neue Darsteller: Kirsten, Shelly, Reece, Vaughn und auch Will’s Großeltern erhalten deutlich mehr Spielraum.

Man kann die Fortsetzung lesen, muss man aber nicht. Der erste Teil könnte auch für sich stehen bleiben. Doch mit einer Fortsetzung, die auch noch so ans Herze rührt, ist es natürlich schöner für all jene, die Layken und Will schon kennen. Und eben Jene sollten sich auch diesen Teil gönnen! Alle anderen – ran an den Vor-Roman und viel Spass bei der Lektüre.

Ich bin gespannt, was wir als nächstes von Frau Hoover auf die literarischen Augen oder Ohren bekommen.

Von mir

4/5

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